STYLES


Street ART urban art graffiti street art urban art graffiti

Street Art flutet nun schon seit Jahren die Metropolen weltweit. Insgesamt lässt sich eine wahre Explosion von Kreativität auf der Straße konstatieren. Ständige, schnelle und fortwährende Weiterentwicklungs- und Erneuerungsprozesse kennzeichnen die Street Art Szene. Gearbeitet und experimentiert wird dabei mit einer Fülle von Materialien. Ständig werden neue Wege beschritten, neue Techniken entwickelt und bislang unentdeckte Orte für die Arbeiten erobert. Die parallele unablässige Neuverknüpfung bekannter Materialien, Techniken und Kommunikationsformen zeigt den hohen Innovationsgrad der Szene.

 

Street Art oder Urban Art ist einfach „Kunst im öffentlichen Raum“. Im Gegensatz zum Graffiti überwiegt hier der Bildteil als das kunstvolle Schreiben (Writing) des eigenen Namens. Die Künstler/innen präsentieren ihre Werke mit den verschiedensten Medien wie Marker, Pinsel, Malerrollen, Sprühdosen, Aufkleber, Poster, Sticker und vielem mehr. Als Gestaltungsuntergründe dienen die vorhandenen Flächen im öffentlichen Raum wie Wände, Stromkästen, Laternen, Verkehrsschilder, Telefonzellen, Mülleimer, Ampeln und andere Stadtmöbel wie Bürgersteige, Straßen und sogar Bäume. Die Motivation ist, das eigene Umfeld (stadtweit oder nur im „Neighborhood“) auf anarchistische und/oder kreative Weise visuell mitzugestalten.

 

Die Street Art Künstler/innen verzichten meistens auf konkrete Botschaften – „The Medium is the Message“. Sie arbeiten ohne Auftraggeber/innen, ihre Arbeiten sind vergänglich oder laufen ständig Gefahr, übermalt zu werden. Sie verfolgen kein kommerzielles Interesse, sondern vielmehr ist es ein „Geschenk“ an die Menschen, die in der Stadt leben. Die Straße wird zur Galerie und die Künstler/innen lassen uns kostenlos an ihren Kunstwerken teilhaben - und das in jedem Augenblick unseres Alltags, wo wir uns auf den Straßen bewegen.


Adbusting

Artist unknown
Artist unknown

Beim Adbusting wird die Werbung im öffentlichen Raum verfremdt, überklebt oder auf andere Weise umgestaltet, um so deren Sinn umzudrehen oder lächerlich zu machen. Bei den Aktionen handelt es sich oft um Kritik an der Konsumgesellschaft, den Werbefotografien und der visuellen "Umweltverschmutzung".

decollage

by Vhils, Lisbon
by Vhils, Lisbon

Decollage ist die Kunsttechnik des Plakatabrisses. Übereinander klebende Plakate werde freigelegt, wobei vereinzelt Bildfragmente, Texte und Farbflächen verschiedener Plakate erhalten bleiben. Durch Reduktion des Abrisses entstehen neue Bilder.

PASTEUP

by JR, Paris
by JR, Paris

Pasteup ist ein mit Kleister oder Leim aufgezogenes Plakat/Poster. Größere Pasteups werden meist durch Siebdruck oder Schablonen hergestellt, kleinere ausgedruckt oder direkt von Hand gezeichnet. Das Papier sollte dicker und stabiler sein, da es durch die Feuchtigkeit des Kleisters beim Aufziehen reißen kann.


graffiti - stylewriting

Artist unknown
Artist unknown

Graffiti ist der Sammelbegriff für Malerei im öffentlichen Raum. Bilder, Schriftzüge, Kürzel oder sonstige Zeichen werden mittels verschiedener Techniken (Marker, Filzstiften, Sprühdosen, Rollen) auf Oberflächen (Wände, Türen, Bänke) im öffentlichen Raum gebracht. Die Graffitis werden zumeist unter einem Pseudonym gefertigt. Style-Writing oder kurz Writing ist die mittlerweile am weitesten verbreitete Form von Graffiti. Beim Writing bildet die Schrift (Buchstaben und Zahlen) das Basiselement, mit dem Anspruch die Verbreitung des Namens in Kombination mit einer möglichst einzigartigen, innovativen und vor allem ästhetischer Gestaltung, um ein Höchstmaß an Ruhm (Fame) zu erlangen.

Reverse Graffit

by Azucrina, Brazil
by Azucrina, Brazil

Beim Reverse Graffiti entsteht das Graffiti indem z. B. Straße, Tunnelwand oder Stadtmöbel partiell gereinigt werden. Die Reinigung erfolgt mit Lappen und Bürsten in Kombination mit Reinigungs- und Lösungsmitteln. Ein anderes Verfahren ist das Branding. Hier wird das Bild in der Regel mittels einer Schablone (Stencil) und einem Hochdruckreiniger erstellt. Der Effekt hält, je nach sechs Wochen und sechs Monaten an.

Scratch Graffiti

by Vhils, Lisbon
by Vhils, Lisbon

Scratching bezeichnet das absichtliche Zerkratzen von Glas-, Plastik- oder Farboberflächen im öffentlichen Raum. Besonders betroffen sind dabei Fenster-scheiben von öffentlichen Verkehrsmitteln wie Zügen, Straßenbahnen und Bussen. Diese sogenannten Scratchiti werden meist mit Schleifsteinen, Sandpapier oder Messern gekratzt. Meist werden dabei Tags hinterlassen. Der portugiesische Künstler VHILS hat das Scratching erweitert und sprengt Reliefs aus Hauswänden. Als Ergebnis entstehen großflächige Portraits.



Kacheln / Tiles ART

Artist unknown
Artist unknown

Bei der Tile Art werden handelsübliche Kacheln mit herkömmlichen Sprühdosen besprüht, mit Farben bemalt, mit Stencils versehen oder mit Allerlei beklebt und mit mit Hilfe von Silikon an Häuserwände angebracht.

LEGO ART

by Jan Vormann, Berlin
by Jan Vormann, Berlin

Löcher stopfen mit bunten Steinen: Überall auf der Welt gibt es Gebäude oder Straßen, die langsam zerfallen. Unschöne Löcher stören das Stadtbild. Mittlerweile haben sich weltweit Menschen in ihren Städten aufgemacht, den Zerfall zu bekämpfen - mit Legosteinen. Aber darüber hinaus haben sich auch andere urbane Techniken um die bunten Legosteinchen entwickelt - Skulpturen, 3D-Kreidezeichnungen und Graffitis.

Mosaic art

by Spaceinvader, Paris
by Spaceinvader, Paris

Wände, Straßen, Laternen bis hin zu ganzen Stadtmöbel werden mit Mosaiksteinen, Legosteinen oder Bügel-perlen in kunstvollen Bildern überzogen. Der bekannteste Vertreter ist der Street Artist Invader aus Paris. Invader ist bekannt dafür, dass er Charaktere aus dem Spiel Space Invaders als 8bit Pixel Mosaikbilder verewigt und diese auf der ganzen Welt aufhängt.


Moos GRAFFITI

by Jennifer Ilett, Toronto
by Jennifer Ilett, Toronto

Eine organische, biologisch abbaubare Variante der Graffitis und ein Ableger des Urban Gardening ist die Arbeit mit Moos. Es gibt hierbei verschiedene Techniken, wie das Moos kleben bleibt und anwächst. Die Engländerin Anna Garforth schneidet das Moos mithilfe einer Schablone zurecht und bringt es dann mit biologisch abbaubaren Leim wie ein Sticker an die Wand. Andere Künstler verrühren Moos und Buttermilch mit einem Mixer miteinander und diese Mixtur wird dann auf eine befeuchtete Wand mit dem Pinsel aufgebracht.

URBAN GARDENING

Urban Gardening, Philippines
Urban Gardening, Philippines

Ursprünglich war Urban Gardening, die heimliche Aussaat von Pflanzen, ein subtiles Mittel politischen Protestes und zivilen Ungehorsams im öffentlichen Raum. Mittlerweile hat sich Urban Gardening zum urbanen Gärtnern oder zu urbaner Landwirtschaft weiterentwickelt und verbindet mit dem Protest den Nutzen einer Ernte beziehungsweise einer Verschönerung trister Innenstädte durch Begrünung brachliegender Flächen. Ein verwitterter Zaun lässt sich mit bepflanzten bunten Gummistiefeln aufpeppen. Mauern und Betonwände werden mit ein paar bepflanzten PET-Flaschen oder alten Kaffeekannen begrünt. Tomatenpflanzen bitten: „Pfleg mich, gieß mich, ernte mich“ am Rand des Bürgersteigs.


Stencil / Poichor

by Bansky, Bristol
by Bansky, Bristol

Bei der Stencil Art wird vorab eine Schablone gefertigt, durch die anschließend die Farbe gesprüht wird. Häufig werden entsprechend der ursprünglichen Verwendung Politiker, politische Symbole, ideologisch darge-stellte Personen, oder gesellschafts-kritische Motive gesprüht.

STICKER

by Curtis Kulig, New York
by Curtis Kulig, New York

Sticker werden im öffentlichen Raum z.B. auf Mülleimern, Verkehrsschildern oder Hauswänden angebracht. Manche Sticker bestehen aus beschrifteten oder bemalten, kostenlos erhältlichen Aufklebern wie bsw. selbstklebenden Postpaketformularen. Sie sind leichter als Graffiti anzubringen. Daher sind viele Motive gleich mehrmals an verschiedenen Orten in einer oder mehreren Städten zu finden.

TAPE ART

by L'Atlas, Paris
by L'Atlas, Paris

Es braucht nicht viel, um dieser Kunstform nachzugehen: ein Klebeband, ein Messer für die Feinarbeiten und mitunter einen Handschuh, weil viel Druck mit den Handflächen aufgewendet werden muss, ehe das Tape auf Straßen oder Wänden haftet.


URBAN INSTALLATION

by Slinkachu, London
by Slinkachu, London

Urban Installation ist das Anbringen von Gegenständen im urbanen Raum. Es geht dabei nicht um das einfache Anbringen eines Objekts, vielmehr um eine „narrative räumliche Inszenierung“. Der Künstler arbeitet dabei ohne Auftraggeber und fragt auch nicht nach Genehmigungen. Es geht hierbei um Eingriffe in das bestehende Code- und Zeichensystem der Stadt und Straße. So werden „Fake Baustellen“ aufgebaut oder handelsübliche Getränke-kisten zu einer riesigen Figur zusammen-geklebt.

URBAN INTERVENTION

by OakOak, St. Etienne
by OakOak, St. Etienne

Eine Intervention ist der Eingriff in bestehende Zusammenhänge – im Unterschied zur Installation. Das Augenmerk liegt weniger auf den zurückbleibenden Objekten als auf der geschehenen Aktion. Die Intervention findet in Innen- und Außenräumen statt. Sie thematisiert gesellschaftlich-soziale, kulturelle, funktionale, räumliche und materielle Aspekte des Veränderten. Modifizierte Straßenschilder, Schaukeln an Bushaltestellen und Bilder aus Sand oder Schnee fordern uns heraus, unsere Umwelt zu entdecken, sie auf neue Art wahrzunehmen und mit ihr zu interagieren.

URBAN KNITTING

Artist unknown
Artist unknown

Bei Urban Knitting (auch Guerilla Knitting, Radical Stitching oder Yarn Bombing) werden Gegenstände im öffentlichen Raum durch Wolle (Knitting = Stricken, Crochetting = Häkeln oder Stitching = Sticken) verändert. Dies kann vom Anbringen gestrickter Accessoires bis zum Einstricken ganzer Stadtmöbel reichen. Die Objekte können der Verschönerung von tristen Orten dienen oder eine symbolische (politische) Bedeutung haben. Laternen, Geländer, Poller, Bänke, Bäume und andere Stadtmöbel werden kunstvoll kreativ eingestrickt oder eingehäkelt.